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Ich finds ja eh in Ordnung, wenn die Urheberrechtsdebatte die eigentliche Fragen „Wofür wollen wir wirklich noch wie viel Geld zahlen“ und „Wofür kriegen wir in unserem Leben wie viel Geld“ zum Thema macht.

Nur die Idee, dass eine derartige, auf das Urheberrecht beschränkte, Debatte wirklich das Problem „lösen“ kann, halte ich für ein wenig blauäugig.

Viele Elemente sind in dieser Auseinandersetzung erschreckend banal:

Unzutreffende Vergleiche, Sprachliche Untergriffe („Raubkopierer“ vs. „Contentmafia“), Verallgemeinerungen, Absprechen des Selbstbestimmungsrechts („Vertragsfreiheit“), dystopische Gesellschaftsformkonstrukte („Orwellstaat“ vs. „Kommunismus“), Säulenheilige („darbende Independent-Bands“ vs. „Omas YouTube-Channel“), Instrumentalisierungen und vieles mehr.

Dabei geht es eigentlich um eine tiefer sitzende „Problematik“: Was ist „Arbeit“ wert? Was unterscheidet Arbeit im Brotberuf von der Arbeit, die man in der Freizeit tut? Und was von beiden sollte man auf jeden Fall „bezahlt“ bekommen und warum?

Interessanterweise (und eigentlich auch logischer Weise) übernimmt hier die Kreativ-„Branche“ eine Vorreiterrolle in der industrialisierten Welt ein. Wenn „das Lebensnotwendige“ kaum noch verdient werden müsste (dagegen steht derzeit allerdings die Vermögens/Einkommensschere), ist „Geld“ wirklich ein adäquates Mittel zur Wertschätzung fremder Leistungen?

Womit wir wieder bei dystopischen/utopischen Weltbildern wären ;-). Man sieht, auch ich habe keine Patentlösung – nur eine ziemlich ausgeprägte „Kopf-auf-Tisch“-Reaktion bei sehr vielen gegenwärtigen Beiträgen zum Thema „Urheberrechtsdebatte“ (von beiden Seiten übrigens).

Ahja, interessante Gedanken (nicht notwendigerweise zu diesem Thema, aber dennoch im gleichen Themenkosmos) von Marcel-André Casasola Merkle (vor allem ab 3:32)

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